Winterreifen: praktische Tipps für eine sichere Fahrt - Warum zwei Winterreifen nicht genügen!
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Warum zwei Winterreifen nicht genügen!

Winterreifen am 18.02.13 von Tobias

Winterreifen nur auf der Antriebsachse zu montieren, ist ein durchaus verführerischer Gedanke, wenn man Geld sparen möchte. Geläufige Praxis, jedoch nicht ohne Risiko. Rezulteo nahm an dem von Michelin auf der Rennstrecke von Val-d’Isère im französischen Savoyen organisierten Tests teil und konnte sich davon überzeugen, wie gefährlich das sein kann.

Michelin Winterreifen-Test Zwei oder vier Winterreifen? Michelin macht den Test - Bild-Credit © : Rezulteo

Es kommt relativ häufig vor, dass mit Winterreifen auf der Vorderachse und Sommerreifen auf der Hinterachse gefahren wird, eine Praxis, deren Gefährlichkeit sich der Autofahrer nicht immer bewusst ist. Diese Reifen-Kombination verschlechtert nämlich das Fahrverhalten des Autos ganz bedeutend.

Was passiert, wenn man Reifen mit verschiedenen Gummiqualitäten aufzieht? Fallen die Temperaturen unter 7°C, so verhalten sich Sommer- und Winterreifen in ihrer Leistungsfähigkeit völlig konträr. Der Winterreifen kann dank seines Silica-Anteils seine volle Leistung entfalten, das Gummi des Sommerreifens wird dagegen durch die Kälte hart. Das Ergebnis ist ein unterschiedliches Gripvermögen zwischen den Vorder-und Hinterreifen.

In der Praxis wirkt sich das durch eine Tendenz zur Untersteuerung (die Vorderachse schert aus) oder zur Übersteuerung (die Hinterachse schert aus) aus, je nachdem auf welche Achse die Sommerreifen montiert wurden.

Wir möchten Ihnen hier gerne ein Video zeigen, dass bei den Tests, die Michelin auf der Rennstrecke von Val d’Isère organisiert hatte, gedreht wurde.

 

Fahrtest auf Schnee

 

 

  • Test-Fahrzeuge: Renault Mégane 3 und Peugeot 3008.
  • Montierte Reifen: Michelin Alpin 4 (Winterreifen) vorne, und Michelin Primacy 3 (Sommerreifen) hinten.
  • Dimensionen: 195 65 R15 für den Mégane 3, 205 55 R16 für den Peugeot 308.
  • Straßenbelag: Festgepresster Schnee.
  • Testvorgaben: Slalom bei konstanter Geschwindigkeit mit normaler Fahrweise (nicht sportlich).

 

Ergebnis: Unter diesen Bedingungen verfügt das Auto über eine gute Traktion. Bremst oder lenkt man jedoch auch nur ganz geringfügig, so wirkt sich das durch ein heftiges Wegrutschen der Hinterachse aus. Diese Reaktion ist nicht vorhersehbar ist und quasi unmöglich abzufangen, verfügt man nicht über eine sehr gute Fahrkontrolle und Voraussicht.

Das Video zeigt Ihnen, dass man unbedingt sehr frühzeitig gegensteuern muss- noch bevor das Fahrzeug überhaupt beginnt, zu rutschen- um das Risiko einer 180°-Drehung zu reduzieren. Dieses Fahrverhalten wird auf Schnee noch verstärkt, kann aber auch auf nasser Fahrbahn oder selbst bei trockener Straße vorkommen.

Rezulteo rät: Montieren Sie auf beiden Achsen immer identische und gleichwertige Reifen. Wenn die Reifen unterschiedlich abgenutzt sind, so werden die schlechteren Reifen vorne aufgezogen, da es einfacher ist, den mangelnden Grip über die Vorderachse abzufangen.