Grüne Reifen, Kraftstoffeinsparung, CO2-Ausstoß - Wie weit lässt sich der Rollwiderstand reduzieren?
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Wie weit lässt sich der Rollwiderstand reduzieren?

Umwelt am 10.05.11 von Tobias

Die Hersteller haben innerhalb von 15 Jahren den Rollwiderstand um ein Drittel reduziert. Zukünftig werden weitere Verbesserungen schwieriger werden, will man das Leistungsgleichgewicht nicht gefährden.

Schema:  Rollwiderstand Bild-Credit © : rezulteo

Die Reifenhersteller haben allen Grund stolz sein. In den Jahren 1995 bis 2009 haben sie es geschafft, den Rollwiderstand um 30 % zu reduzieren, ihn von 11kg/t auf 8 kg/ t zu mindern. Ein bedeutender Fortschritt in Sachen Kraftstoffersparnis und Reduzierung der CO2-Emissionen, wenn man weiß, dass 1kg/t einer Ersparnis von 0,08l/100 km bei 80km/h (gleich 24 Liter nach 30 000 gefahrenen Kilometern) entspricht.
Zukünftig streben sie die 6kg/t - Hürde an.

Eine Reduzierung wird immer schwieriger
Es wird nicht leicht sein, dieses Ziel zu erreichen. " Wie auch immer der Reifen aussehen wird, seine Maße, sein Design und seine Anwendung, es wird eine enorme Herausforderung werden, dieses Rollwiderstandsniveau zu erreichen und dabei das Leistungsniveau bei Nass- oder Trockenhaftung zu halten",  versichert uns Jean- Pierre Jeusette, Direktor des Bereiches Pkw-Reifentechnologie für Europa, den Mittleren Osten und Afrika. " Was uns betrifft, so werden wir uns diese Zahlen nur dann zum Ziel setzen, wenn wir mit dem Gesamtergebnis zufrieden sein können." In anderen Worten: Keine Kompromisse bei der Bremsleistung.

Die zentralen Säulen der Forschungsarbeit
Heute sind grüne Reifen und Sport-Reifen kein Gegensatz mehr. Der ContiSportContact 5P ist dafür ein gutes Beispiel. Er wurde von der Mercedes- AMG-GmbH (Modelle C 63, E 63, SL 63 und SLS ) und Audi (TT RS) offiziell anerkannt. Seine Reifenlauffläche verfügt über einen Grip, der einem ultrasportiven Reifen würdig wäre. Gleichzeitig sorgt das Untergewebe, das eine begrenzte Verformung unter Druck vorweist, für einen möglichst geringen Rollwiderstand.
Die Kombination dieser zwei Gummimischungen heißt „Black Chili“(schwarzer Pfeffer). Sie basiert auf hochstrukturierten Rußteilchen, gemischt mit spezifischen Harzen und Polymeren.

Bei Goodyear geht man ähnlich vor, und zwar beim EfficientGrip, der einen Verstärkungsfüllstoff aus Polyethylen mit hohem Molekulargewicht hat (in königsblau). Zur Gewichtsreduzierung wurde zudem der Profilsteg schmäler gehalten (in hellblau). In beiden Fällen geht es darum, die Reifenlauffläche zu versteifen, um so Probleme beim Kurvenverhalten zu verhindern.
Das Augenmerk der Hersteller richtet sich auch auf die Gürtelschichten, z.B. durch die Verwendung von leichteren Fäden, oder eben auf die Flanken. Das Profil der Flanken kann daher anders sein, damit soll der Luftwiderstand günstig beeinflusst werden. Außerdem ist der Felgenschutz zwar schmaler, aber genauso wirksam gegen Stöße.

Schmalere Reifen für die Fernlastkraftwagen von morgen?
Letzte Säule der Forschung: Die Reifendimensionen. Das Prinzip besteht in einer Vergrößerung der Durchmesser bei gleichzeitiger Verringerung der Breiten. "Die großen Fernlaster der Zukunft könnten schmalere Reifen aufziehen, so wie z.B. 195/55 R 21 - Reifen", meint Pascal Couasnon, Leiter der Technischen Kommunikation der Michelin Gruppe. Sein Interesse gilt auch Reifen mit kleinen Durchmessern (10 Zoll), die bei Stadtautos eine erhebliche Massenreduzierung bringen würden.