Grüne Reifen, Kraftstoffeinsparung, CO2-Ausstoß - Gibt es bald Michelin Reifen auf der Basis von Biomasse?
Center

Gibt es bald Michelin Reifen auf der Basis von Biomasse?

Umwelt am 02.12.13 von Thomas Müller

Für Reifenhersteller wird zukünftig kein Weg mehr an umweltgerechteren Produktionsverfahren vorbeigehen. Michelin arbeitet an diesem Thema.

Auto auf Landstraße Michelin engagiert sich in einem Projekt für eine neuartige Reifenproduktion auf der Basis von Biomasse - Bild-Credit © : iStockphoto.com/rezulteo.com

Umweltfreundlicherer Synthesekautschuk

Die Reifenproduktion passiert zum Großteil unter Verwendung von Kautschuk, der für die Reifen-Gummimischungen aufbereitet werden muss. Dieser Produktionsprozess muss zukünftig verbessert werden, damit die CO2-Emissionen dieses Wirtschaftszweiges reduziert, aber auch die Produktionskosten optimiert werden können. Dies gilt vor allem für die Butadien-Produktion, da Butadien eines der Hauptbestandteile von Reifengummimischungen ist. Dieses chemische Zwischenprodukt fossiler Herkunft wird für die Fabrikation von Synthesekautschuk verwendet. 60% seiner weltweiten Produktion dient der Reifenherstellung. Findet man also eine Möglichkeit Butadien mit einer besseren Öko-Bilanz herzustellen, so erzielt man damit mit Sicherheit eine beträchtliche Verbesserung der Ökobilanz dieses Wirtschaftszweiges.

Dreier-Bündnis

Genau dies planen nun der französische Reifenhersteller Michelin und die zwei öffentlichen Forschungseinrichtungen AXENS und IFPEN. Ihr Ziel ist es, Bio-Butadien auf pflanzlicher Basis herzustellen, so zum Beispiel aus Baumästen, Heu oder auch Rote Beete. Ideal, um die schädlichen CO2-Emissionen zu reduzieren, allerdings unter der Voraussetzung, dass ein rentables Wirtschaftsmodel gefunden werden kann und der industrielle Produktionsablauf von Grund auf verändert wird.

Dieses Projekt fand die Zustimmung der Umwelt- und Energiewirtschaftsbehörde ADEME, die es mit 14,7 Millionen Euro unterstützen wird. Schätzungsweise wird dieses Projekt mit dem Namen Bio-Butterfly ungefähr 52 Millionen Euro über 8 Jahre kosten.

Gibt es also bald einen Synthesekautschuk, der zu 100% umweltfreundlich sein wird? Wir erinnern uns auch, dass Continental seinerseits hofft, zukünftig Kautschuk auf der Basis von Löwenzahn herstellen zu können.