Sport- und High-Performance-Reifen, Reifen und Konkurrenz - Pirelli Pzero und Trofeo R : Rezulteo macht den Test
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Pirelli Pzero und Trofeo R : Rezulteo macht den Test

Sport am 30.11.15 von Julien Taillandier

Der Pzero und der Trofeo R sind zwei außergewöhnlich beachtenswerte Reifen aus der Sportreifen-Serie des Reifenherstellers Pirelli. Wir hatten die Möglichkeit, sie sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke zu testen und konnten so ihr Potenzial und ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit bewerten. Lesen Sie hier nun den Bericht über den Härtetest dieser Reifen.

Test des Pirelli Trofeo R auf dem Lamborghini Huracan Test des Pirelli Pzero und des Trofeo R auf einem Lamborghini Huracan - Bild-Credit © : Pirelli

Truppeninspektion

Die Pzero-Serie besteht aus Reifen, die über eine Straßenzulassung verfügen und von der Mehrzahl der auf dem Markt erhältlichen Sportwagen gefahren werden können.

Die Pzero- Reifenparade (von gemäßigt sportlich bis ganz radikal).

  • Pzero Nero GT:

Der Pzero Nero GT ist ein Tourenreifen für Kompaktwagen und Limousinen.

  •  Pzero Rosso:

Etwas sportlicher als der Nero GT, aber dennoch ein vielseitig einsetzbarer Tourenreifen.

  • Pzero:

Der Pzero-Reifen schlechthin und damit der meistverkaufte Reifen aus der Serie. Speziell für Sportwagen entwickelt, ist er als Erstausrüstungsreifen auf zahlreichen renommierten Sportwagen (McLaren, Lamborghini etc. ...) zu finden.

Empfohlener Einsatz: Straße: 90%  / Rennstrecke: 10%

  •  Pzero Corsa System:

Der Pzero Corsa System ist eine Reifen-Kombination aus laufrichtungsgebundenem Reifen für die Vorderachse und asymmetrischem Reifen für die Hinterachse. Er wurde für sehr leistungsstarke Sportwagen entwickelt.

Empfohlener Einsatz: Straße: 60% / Rennstrecke: 40%

  • Pzero Trofeo R:

Der Trofeo R ist ein Semi-Slick-Reifen. Er steht für ultimative Leistungsfähigkeit mit außergewöhnlicher Leistung auf trockener Fahrbahn. Bei Nässe verfügt er über eine weniger ausgeprägte Leistungsfähigkeit.

Empfohlener Einsatz: Straße: 10% / Rennstrecke: 90%

Zwei Reifen, zwei Philosophien

Pirelli ermöglichte uns, die zwei Ikonen seiner Sportreifen-Serie – den Pzero und den Trofeo R – zu testen.
Hierbei verfolgten wir zwei Ziele:

1. Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Reifen.

2. Einschätzung des möglicherweise unterschiedlichen Haftvermögens der beiden Reifen.

Pirelli Pzero versus Pzero Trofeo RBild-Credit © : Lizeo Online Media Group

Der Pzero ist ein High-Performance-Sportreifen und vor allem für den Einsatz im Straßenverkehr bestimmt. Daher sollen alle Reifenkomponenten, die hier verwendet werden, dem Reifen zu einer größtmöglichen Vielseitigkeit verhelfen. Es handelt sich also in der Hauptsache um einen Straßenreifen und muss auch als solcher eingeordnet werden.

Der Trofeo R ist ein Semi-Slick-Reifen. Er ist der sportlichste aller Pirelli-Sportreifen, die über eine Straßenzulassung verfügen. Ein kompromissloser Reifen, der maximalen reinen Grip, Ausdauer auf der Rennstrecke und Fahrspaß bieten soll. Energieeffizienz oder Lärmemission sind Kriterien, die bei diesem Reifen erst an zweiter Stelle stehen.

Der Vergleichstest

Es ging also vor allem darum, eine Vergleichbarkeit dieser beiden Reifen herzustellen und auf identischen Fahrzeugen und unter denselben Testbedingungen, die tatsächlichen Unterschiede bei der reinen Leistungsfähigkeit und des Feelings beider Reifen zu beurteilen.

Test des Pirelli Pzero auf dem Driving CenterBild-Credit © : Pirelli

Für den Test stehen uns zwei verschiedene Fahrzeugtypen zur Verfügung: Der Audi TTS mit 310 PS für die 1,6 Kilometer lange und kurvenreiche Strecke des Driving Centers. Und der Lamborghini Huracan mit 610 PS für einen Streckenabschnitt von 5,8 Kilometer auf der Rennstrecke Paul Ricard. Auf beiden Fahrzeugen sollen die zwei Reifen jeweils nacheinander getestet werden.

3 Sekunden kürzere Rundenzeit

Der Driving Center ist keine schnelle Rennstrecke. Sein abrasiver Belag und die zahlreichen langsamen Kurven und Haarnadelkurven beanspruchen die Reifen enorm. Die mit dem Pzero gefahrenen Runden lassen keine besonderen Schwächen des Reifens bemerken. Auch wenn der Reifen hier nicht ganz in seinem Element ist, so garantiert er doch die Kontrolle über die Fahrzeugbewegungen sowie konstanten Grip. Gegen Ende der Runden lässt seine Effizienz etwas nach, was aber auf diesem Niveau nicht ungewöhnlich ist.

Audi TTS Driving Center FahrenBild-Credit © : Pirelli

Die Umstellung auf den Trofeo R verändert das Verhalten des Coupés komplett. Das Fahrzeug reagiert sehr viel bissiger. Der Trockengriff ist unvergleichlich besser und wir benötigen einige Runden, um uns an das völlig veränderte Fahrverhalten des Audi TTS zu gewöhnen. Die Lenkansprache ist außergewöhnlich gut und das Fahrvergnügen deutlich höher, der unglaubliche Unterschied an reiner Performance zwischen den zwei Reifen wird aber vor allem durch die um 3 Sekunden kürzere Rundenzeit auf der Rennstrecke deutlich. Auf einem so kurzen Streckenabschnitt bei identischen Fahrzeugen und Fahrbedingungen ist dies ein beeindruckendes Ergebnis und kann schon allein deswegen zum berechtigten Kaufargument für Autofahrer werden, die sich maximale Leistungsfähigkeit wünschen.

Bestätigung mit dem Lamborghini Huracan

Im Vergleich zum Test am Steuer des Lamborghini Huracans mit seine 610 PS war diese erste Testfahrt mit dem TTS lediglich eine Art Warmlaufen.

Lamborghini Huracan in der BoxBild-Credit © : Pirelli

Die erste Testfahrt erfolgt stets mit dem Pzero. Das italienische Coupé vermittelt ein derart präzises, bissiges und reaktives Fahrgefühl, dass es nur schwer vorstellbar ist, dass der Trofeo R hier noch mehr Effizienz bieten könnte. Der Straßenreifen und der Huracan harmonieren ganz offensichtlich wunderbar miteinander, es gibt nichts zu bemängeln.

Nach der Umstellung auf den Trofeo R ist der Unterschied in der Lenkansprache daher tatsächlich weniger deutlich zu spüren als zuvor beim TTS. Dies erklärt sich sicherlich auch durch die sehr ausgefeilte Konzeption des Lamborghinis. In Bezug auf die reine Effizienz ist das Leistungsniveau jedoch atemberaubend. Auf der Rennstrecke Paul Ricard fahren wir mit einem Tempo, mit dem auch die radikalsten Rennwagen auf dieser Rennstrecke unterwegs sind. Doch zu keinem Zeitpunkt zeigt sich der Huracan unsicher, er beweist vielmehr eine unerschütterliche Strenge, es kommt zu keinerlei Über-oder Untersteuerungen (Vorder- oder Hinterachse scheren aus). In Verbindung mit dem Trofeo R vermittelt das Fahrzeug eine extrem betörende Effizienz. Auch der Reifenverschleiß scheint der harten Beanspruchung durchaus angemessen.

Lamborghini Huracan auf der Rennstrecke Paul RicardBild-Credit © : Pirelli

Unser Fazit: Pirelli gilt mit Fug und Recht als Spezialist für Sportreifen. Die Vielseitigkeit des Pzero und die außergewöhnliche Leistungsfähigkeit des Trofeo R bestätigen das Know-How des Reifenherstellers in diesem Segment.

Diese Tests konnten wir auf Einladung von Pirelli anlässlich der Pzero Experience durchführen. Die Pzero Experience sind Track Days, an denen die Teilnehmer außergewöhnliche Rahmenbedingungen genießen können.