Sport- und High-Performance-Reifen, Reifen und Konkurrenz - F1 - Großer Preis von Abu Dhabi: Vettels rätselhafte Reifenpanne
Center

F1 - Großer Preis von Abu Dhabi: Vettels rätselhafte Reifenpanne

Sport am 21.11.11 von Tobias T.

Zum ersten Mal in dieser Rennsaison stand Sebastian Vettel von Red Bull am Ende nicht auf dem Siegertreppchen. Der Weltmeister musste schon nach einer Runde wegen einer Reifenpanne aufgeben. Des einen Leid, des anderen Freud: Lewis Hamilton von McLaren nutzte die Gelegenheit und fuhr ein beispielhaftes Rennen, bis zum Schluss widersetzte er sich den ständigen Attacken von Fernando Alonso (Ferrari). Im Hause Pirelli sucht man nach wie vor nach einer Erklärung für diese frühzeitige Reifenpanne.

Lewis Hamilton (McLaren), Sieger beim F1 Grand von Abu Dhabi_a Bild-Credit © : Pirelli

Das Rennen

Wie gewohnt startete der Große Preis von Abu Dhabi bei Sonnenuntergang und dauerte bis in die Nacht hinein, was für die Rennfahrer und ihre Fahrzeuge den Vorteil hatte, dass sie das Rennen bei angenehmeren Temperaturen fahren konnten - immerhin waren es am späten Nachmittag noch an die 28°C gewesen! Sebastian Vettel (Red Bull Racing) wird nun also nicht den Siegrekord in einer Saison von Michael Schuhmacher aus dem Jahr 2004 mit 13 Grand-Prix-Erfolgen egalisieren können: Er musste bereits vor der zweiten Kurve der ersten Runde aufgeben, weil sein rechter Hinterreifen geplatzt war, was zu irreparablen mechanischen Schäden geführt hatte. Der Sieg gehört also Lewis Hamilton (McLaren), der sich in Abu Dhabi seinen dritten Saisonsieg holte. Der Brite dominierte das Rennen von Anfang bis zum Schluss und widersetzte sich wacker den Angriffen Fernando Alonsos (Ferrari), der nach dem Start bemerkenswert schnell vom Feld gezogen war. Jenson Button von McLaren steht als Dritter auf dem Siegerpodest.

Die Reifenstrategien

Lewis Hamilton benötigte zwei Boxenstopps, um die 55 Runden der Yas Marina Rennstrecke absolvieren zu können und so wie er hielten es die meisten Rennfahrer. Die ersten zwei Rundensequenzen fuhr er mit den soften PZeros (gelb), danach ging es mit den mittelharten PZeros (weiß) weiter. Fernando Alonso dagegen zögerte seinen letzten Stopp um zwei Runden hinaus, um so den Briten beim Endspurt überholen zu können. Diese Strategie war jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Mark Webber
(Red Bull, 4. Platz) seinerseits, setzte auf 3 Boxenstopps und wechselte erst vor der letzten Runde auf die mittelharten Reifen. Paul di Resta (Force India) machte als einziger nur einen Boxenstopp, um in Runde 27 von mittelhart auf soft zu wechseln. Der Schotte fuhr die ganzen letzten 28 Runden mit den gelben Pzeros. Er erreichte den 9. Platz.

Rubens Barrichello (Williams) startete von ganz hinten auf den mittelharten Reifen und arbeitete sich dank seiner Zwei-Boxenstopp-Strategie bis auf den 12. Platz vor. Kamui Kobayashi (Sauber) schließlich, fuhr ebenfalls zweimal in die Box ein und holte sich mit seinem sechsten Platz seinen ersten Punkt in sieben Rennen.

Untersuchungen bei Pirelli


Im Hause Pirelli kann man sich die frühzeitige Reifenpanne nach wie vor nicht erklären. "Wir untersuchen zusammen mit Red Bull Racing immer noch die Reifenreste von Sebastian Vettel, um herauszufinden, was sich tatsächlich abgespielt hat", erklärt Paul Hembery, Pirelli Motorsportchef. "Es handelt sich hier um einen ungewöhnlichen Vorfall. Wir sind zusammen mit Sebastian an den Unfallort gegangen, haben aber keinerlei Hinweise gefunden, die den Druckverlust erklären könnten". Es wird zwar weiter nach der Ursache gesucht, aber der Reifenhersteller konzentriert sich nun auf die Reifentests, die er für 2012 präsentieren wird.

Video

>> Großer Preis von Abu Dhabi: Steigen Sie ein und fahren Sie eine Runde auf der Rennstrecke von Abu Dhabi mit der 3D-Track-Experience von Pirelli.