Neue Reifen: Produkt Neuigkeiten der Hersteller - Bridgestone DriveGuard, ein Notlaufreifen für jeden Pkw
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Bridgestone DriveGuard, ein Notlaufreifen für jeden Pkw

Neue Reifen am 25.01.16 von Julien Taillandier

Bridgestone hat soeben einen Reifen auf den Markt gebracht, der neue Maßstäbe setzen dürfte: Der DriveGuard. Er ist der erste Reifen mit Notlaufeigenschaften, mit dem sämtliche auf dem Markt befindlichen Pkw ausgestattet werden können. Einzige Voraussetzung: Sie müssen über ein Reifendruckkontrollsystem (RKDS/TMPS) verfügen.

Bridgestone DriveGuard mit Platten Fahren im Notlaufzustand mit dem Bridgestone DriveGuard, der erste Runflat-Reifen, der für jeden Fahrzeugtyp geeignet ist - Bild-Credit © : Bridgestone

Die Runflat Technologie ermöglicht es, bei einer Reifenpanne trotzdem weiter zu fahren. Dies ist vor allem in Risiko-Zonen ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Herkömmliche Runflat-Reifen sind in ihren Fahreigenschaften jedoch eingeschränkt und können auch nur von bestimmten Fahrzeugen genutzt werden. Runflat-Reifen sind sehr steif und verfügen oft über einen schlechten Fahrkomfort. Außerdem sind sie teurer, schwerer und weisen eine schlechtere Energieeffizienz als herkömmliche Reifen auf. Um Runflat-Reifen nutzen zu können, muss das Fahrzeug zudem über eine entsprechende Aufhängung verfügen. Doch all diese Einschränkungen gehören nun der Vergangenheit an.

Reifen mit Notlaufeigenschaften für jedes Fahrzeug

Mit der Einführung des DriveGuard gelingt Bridgestone ein Durchbruch in der Runflat-Technologie. Plötzlich ist das Thema Runflat für jedes Fahrzeug eine mögliche Option, dieses muss lediglich über ein Reifendruckkontrollsystem (TPMS) verfügen. Ein solches System gehört jedoch seit November 2014 für jedes Fahrzeug, das auf den Markt kommt, bereits zur obligatorischen Ausstattung.

Damit man die Runflat-Technologie für alle Fahrzeuge nutzbar und gleichzeitig aber auch die Hauptnachteile dieses Reifentyps ausmerzen konnte, legte Bridgestone bei der Entwicklung des DriveGuard ein Hauptaugenmerk auf die Optimierung der Reifenstruktur. Ziel: Die für Runflats typische Reifenhärte so weit zu reduzieren, dass der Fahrkomfort eines klassischen Reifens erreicht wird. Zu diesem Zweck wurde vor allem an der Optimierung der Reifenflanken gearbeitet, denn diese sind das tragende Element der Runflat-Technologie und verantwortlich für deren eingeschränkte Nutzbarkeit.

Der Reifenhersteller reduzierte daher das Gewicht der Reifenstruktur (Gewichtseinsparung von 10%) und arbeitete an einer gleichmäßigeren Verteilung der Reifenbeanspruchung sowie einer verbesserten Hitzeableitung im Falle einer Reifenpanne.

Bridgestone DriveGuard ReifenpanneBild-Credit © : Bridgestone

Überzeugende Testergebnisse

Die von Bridgestone für uns organisierte Testsession sollte beweisen, dass der DriveGuard tatsächlich ein richtiger Runflat-Reifen ist. Wir beginnen mit einem 20 Kilometer langen Parcours - Berggipfel und Schnellstraße inklusive - und das Ganze in einem Fahrzeug mit einem platten DriveGuard-Reifen! Auf den ersten Metern ist vor allem das charakteristische Geräusch eines defekten Reifens zu hören und mahnt uns zur Vorsicht. Während der Fahrt ist es jedoch zugegebenermaßen fast unmöglich, festzustellen, ob der Reifen nun über genug Reifendruck verfügt oder nicht. Das Fahrzeug fährt unbeirrt auf seiner Spur weiter und bietet eine ganz passable Fahrleistung. Dies ist auch ein Grund, warum es ABSOLUTE PFLICHT ist, dass Fahrzeuge, die mit einem DriveGuard fahren, über ein Reifendruckkontrollsystem verfügen. Es ist für den ahnungslosen Autofahrer nämlich durchaus möglich, mit einem defekten DriveGuard zu fahren, ohne sich dessen bewusst zu sein. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass ein defekter Runflat-Reifen nur so lange gefahren werden darf, bis man bei der nächsten Werkstatt angekommen ist (bei einer Geschwindigkeit von 80km/h und einer maximalen Wegstrecke von 80 km).

Eine weitere Testfahrt, dieses Mal mit funktionstüchtigen DriveGuard-Reifen, offenbart, dass dieser nicht so hart ist, wie ein klassischer Runflat-Reifen. Das Fahrfeeling kommt annähernd an das eines Turanza T001 (ein Premium-Reifen von Bridgestone) heran.

Tests niedergelassener Prüfinstitute werden sein tatsächliches Leistungsniveau messbar machen.

Bridgestone DriveGuard auf einem RenaultBild-Credit © : Bridgestone

Für wen und zu welchem Preis?

Alle Fahrzeuge, die mit einem TPMS-System ausgestattet sind, können diesen Reifen fahren, inklusive solcher Fahrzeuge, wie z.B. einige BMW, die bereits in Erstausstattung für Runflat-Reifen zugelassen sind.

Der DriveGuard kommt ab März 2016 in den Handel und zwar in verschiedenen Größen von 15 bis 18 Zoll. Weitere Größen kommen im Laufe des Jahres hinzu.

Der Reifen ist vor allem für Kompaktwagen und Limousinen gedacht. Preislich dürfte er ungefähr bei dem eines Standard-Premiumreifens liegen, sprich 10% günstiger als ein herkömmlicher Runflat-Reifen.