Vergleichende Probefahrten und Test von Reifen - Rezulteos großer Reifenvergleich: 10 Sportreifen auf dem Prüfstand
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Rezulteos großer Reifenvergleich: 10 Sportreifen auf dem Prüfstand

Probefahrten und Tests am 03.10.13 von Tobias T.

Das Segment der High-Performance-Sportreifen ist hart umkämpft und die große Konkurrenz macht es nicht gerade einfach, objektiv die Effizienz eines Reifens zu bewerten. Das Motorsport-Magazin und Rezulteo führten daher gemeinsam eine penibel genaue Untersuchung dieser Reifen durch. Wir testeten direkt die High-Performance-Reifen, die auf dem Markt als Referenzreifen gehandelt werden. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend und sehr aufschlussreich.

Reifenvergleich auf der Rennstrecke  Magny-Cours Rezulteo führte gemeinsam mit dem Motorsport-Magazin einen Reifenvergleich durch: Überraschende Ergebnisse garantiert! - Bild-Credit © : rezulteo

High-Performance Reifen : Der große Rezulteo Reifenvergleich

Wie kann man die Qualität eines High-Performance-Reifens präzise  bewerten? Dafür bedarf es einer sehr genauen Untersuchung aller Konkurrenten auf dem Markt.

Das EU-Reifenlabel, das durch die kürzliche Gesetzesänderungen für alle innerhalb der EU verkauften Reifen zur Pflicht wurde, kann den Verbraucher lediglich hinsichtlich des Nassbremsverhaltens des Reifens beruhigen. Energieeffizienz und Abrollgeräusche, die  zwei anderen Pflichtangaben auf dem EU-Label, sind, objektiv gesehen, weniger wichtig für einen Sportreifen, den man sich wohl vor allem wegen seiner Leistungsfähigkeit beim dynamischen Fahren auf der, trockenen wie nassen, Rennstrecke anschaffen wird. Andere wichtige Kriterien für diese Art Reifen, wie z.B. die Laufleistung, das Lenkgefühl oder auch der Preis sind ebenso wichtige Punkte, die bei diesem EU-Label nicht berücksichtigt werden.

So musste eine Möglichkeit gefunden werden, die Hauptkonkurrenten unter den High-Performance-Reifen, mit denen die meisten Sportfahrzeuge (von der kompakten über die leistungsstarke große Limousine bis hin zum Ultra-Sportwagen) fahren direkt  zu vergleichen. Abgesehen von einigen ultra-sportiven Extrem-Fahrzeugen, für die spezielle und 100% exklusive Reifen entwickelt werden müssen, benötigen die meisten anderen Autos dieselben Reifenarten. Durchmesser und Breite können dabei, abhängig von den Bedürfnissen des Fahrzeuges, noch variieren. Auf dem Markt der Sportreifen sind natürlich bestimmte Markennamen bekannter als andere (Pirelli, Michelin…), aber es gibt hier eine sehr große Konkurrenz. Wir holten uns daher diese Konkurrenzreifen alle zusammen, um sie anhand einer strengen Methodologie einem ausführlichen und bezifferbaren Vergleich zu unterziehen.

 

Testbedingungen

Um die zehn Hauptkonkurrenten auf dem Markt zu testen, suchten wir uns den natürlichsten Rahmen aus, den man einem High-Performance-Reifen bieten kann: Die Rennstrecke – und zwar in unserem Fall die berühmte Rennstrecke von Magny-Cours, auf der unter anderem vor einigen Jahren der Große Preis von Frankreich der Formel 1 ausgetragen worden ist. Diese Rennstrecke hat den Vorteil, dass sie an keinen Reifenhersteller gebunden ist und so kein Risiko besteht, dass es zu verfälschten Ergebnissen kommt. Nun mussten wir noch ein Auto finden, welches für alle Reifen und diese große Anzahl an Tests geeignet ist.


Die Wahl des Testfahrzeuges fiel auf den Ford Focus ST, einen kompakten Sportwagen, der perfekt für die zu testenden Reifen geeignet ist. Er verfügt über einen 4-Zylinder-Motor mit 250 PS und gehört sicher zu den Sportwagen, die zu einem noch einigermaßen vernünftigen Preis zu haben sind. Er ist sowohl im Alltag gut einsetzbar, als auch für schnelles Fahren auf der Straße oder Rennstrecke bestens geeignet. Das Fahrzeug verfügt über Frontantrieb, wie auch seine direkten Konkurrenten Renault Megane RS,Volkswagen Scirocco R, Opel Astra OPC und andere…, wenngleich der Focus ST einen etwas weniger radikalen Anspruch und einen nicht ganz so leistungsstarken Motor hat. Auf der Rennstrecke standen also vier Focus ST mit ihren Fahrern, bereit sich in größeren Abstanden abzulösen. Auf der logistischen Seite stand das Team von Rezulteo und die Journalisten des  Motorsport-Magazins. Unterstützt wurden wir von zwei durch Allopneu lizenzierte und bestens ausgestattete Monteure.

 

Im Handel erworbene Reifen


Wichtiges Detail: Die 10 von uns verglichenen Reifen (Pirelli P-ZeroBridgestone Potenza S001, Continental ContiSportContact 5Goodyear Eagle F1 Asymmetric 2Hankook Ventus S1 EVO2Michelin Pilot Sport 3, Nexen N8000, Toyo Proxes T1 Sport, Vredestein Ultrac Vorti und Yokohama Advan Sport V105) wurden direkt von uns im Handel gekauft und nicht von den Reifenherstellern selbst an uns geliefert.

Reifenhersteller informieren oft über ihre neuen Reifen und schlagen regelmäßig vor, dass ihre Reifen im Rahmen von durch den Reifenhersteller organisierten Tests mit den jeweiligen Konkurrenzreifen verglichen werden können. Zu diesen Tests werden dann auf die Automobilbranche spezialisierte Journalisten eingeladen. Es ist jedoch eher schwierig, bei dieser Art Veranstaltung zu einem 100% objektiven Urteil zu kommen, da das Interesse des Herstellers natürlich darin liegt, die eigenen Produkte gegenüber der Konkurrenz im vorteilhaften Licht erscheinen zu lassen. Unter diesen Umständen ist es unmöglich, genügend Abstand zu halten, und die Qualitäten der jeweiligen Reifen objektiv zu bewerten.

Indem wir, wie jeder andere Verbraucher auch, unsere Reifen im Handel kauften, stellten wir sicher, dass wir dieselben Reifen bekommen, wie der Verbraucher. Für den Focus ST wählten wir übrigens die Reifengröße 235/40 R18 95Y, das ist die Standardgröße für dieses Fahrzeug und bei jedem Reifenhersteller mit demselben Geschwindigkeitsindex verfügbar. So konnten wir sicher sein, dass wir tatsächlich nur gleichwertige Reifen miteinander vergleichen. Wäre der Geschwindigkeitsindex unterschiedlich, würde dies den Vergleich verfälschen, denn man vergleicht damit Reifen, die nicht für dieselben Beanspruchungen konzipiert sind.

 

Große Preisspanne…

 

Der Preisunterschied zwischen den zu testenden Reifen ist sehr groß, so liegt der Michelin Pilot Sport 3 mit 167 Euro ungefähr 60% über dem günstigstem Reifen Nexen N8000 mit 103 Euro. Die Reifen von Michelin, Continental und Yokohama sind die drei Reifen, für die man durchschnittlich am meisten bezahlt. Dies hat sicher mit ihrem, in den letzten Jahrzehnten erworbenen, guten Ruf zu tun. Es folgen Goodyear, Pirelli und Bridgestone, dann Hankook, Toyo, Vredestein und Nexen. Der Nexen aus Korea bleibt der günstigste von allen.

 

…und große Gewichtsunterschiede!


Wie auch beim Preis, so unterscheiden sich die Reifen seltsamerweise auch stark in ihrem Gewicht. Wir haben uns die Zeit genommen, alle Reifen zu wiegen und auch hier kommen wir zu erstaunlichen Ergebnissen: Zwischen dem leichtesten (Continental) und dem schwersten Reifen (Vredestein) liegen ganze 2,15 kg, bei 4 Reifen pro Fahrzeug also 8,5 kg. Das ist eine ganze Menge und wirkt sich sicher auf die Dynamik des Fahrzeuges aus. Ein anderes von uns untersuchtes und interessantes Kriterium ist das unterschiedliche Reifengewicht bei den Reifen derselben Marke: Je nach Marke besteht eine mehr oder weniger große Gewichts-Homogenität. Beim Michelin-Reifen, der in diesem Segment als Referenz gilt, beträgt der Unterschied im Gewicht zwischen den vier Reifen ungefähr 10 Gramm. Beim Pirelli sind es 132 Gramm. Sicher sind die Gründe dafür in den unterschiedlichen Produktionsabläufen der jeweiligen Marken zu suchen…

Tabelle Gewicht Magny-CoursBild-Credit © : rezulteo

 

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