Von Reifenhersteller organisierte Veranstaltungen - PZero Experience : Testfahrt des Lotus Evora
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PZero Experience : Testfahrt des Lotus Evora

Hersteller am 26.12.10 von Tobias

Im Rahmen der Veranstaltung PZero Experience, bot uns Pirelli an, den berühmten Lotus Evora mit aufgezogenen PZero-Reifen zu fahren. Eine tolle Gelegenheit, diese Reifen einer harten Belastungsprobe auszusetzen und das auf einer der schönsten Rennstrecken Frankreichs.

Die Rennstrecke Paul Ricard, in Fachkreisen schlicht "Le Castellet" genannt, ist ein Symbol des französischen Rennsports. Auf dieser Strecke wechseln sich gerade und kurvenreiche Abschnitte in zahlreichen Varianten ständig ab und man benötigt viele Fahrstunden, um sich den Ablauf merken und der Strecke ein paar ihrer Geheimnisse abtrotzen zu können.

Die Eigenheit dieser Strecke liegt in der Tat darin, dass sehr schnelle Abschnitte gefolgt von langsamen und technischen Kurvenabschnitten ineinander übergehen.  Die Radantriebe und vor allem auch die Reifen werden dabei massiv beansprucht!


Pzero Experience : Lotus Evora vs Porsche GT

Zum Kennenlernen der Strecke hat uns Pirelli diesen schönen englischen, oftmals zu Unrecht verkannten, Sportwagen zur Verfügung gestellt: Der Lotus Evora. Bei diesem Wagen handelt es sich um einen viersitzigen 3,5-Liter V6-Mittelmotor-Sportwagen mit 280 PS und 1350 kg Gewicht. Der Evora unterscheidet sich von seinen Vorgängern durch mehr Komfort und weniger Gewichtsreduzierung, also weg vom berühmten Leitspruch des Herstellers "light is right" und spielt damit mehr in der Liga eines Porsche Cayman oder Audi TT RS…

Was seine Performance angeht, so benötigt er für die ersten 1000 Meter 26,2 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 262 Stundenkilometer. Das ist beachtlich, aber natürlich weit entfernt von den Zeiten, die während der PZero Experience von anderen Wagen erreicht wurden.  Der Evora war allerdings noch nie für seine Geschwindigkeit auf gerader Strecke berühmt, sondern für seine Kurvenfähigkeit, die er seinem außergewöhnlichen Fahrgestell verdankt.


Auf die Piste fertig los!

Wir haben gerade noch Zeit festzustellen, dass unser Wagen mit  225/40 x18 Pirelli Pzero-Reifen vorn und mit 255/35x19 Pzero-Reifen hinten ausgestattet ist und schon geht’s auf die Piste. Die ersten Kurven ermöglichen es, ein außergewöhnliches Gleichgewicht zu finden und ein besonders natürliches Fahrverhalten zu genießen, fließend und agil, und auch wenn die Motorleistung im Vergleich zu einem Porsche GT2, Ferrari F599 und Co. in den oberen Geschwindigkeitsbereichen etwas zu wünschen übrig lässt, so macht der Wagen dieses Manko in den Kurven lässig wett.

Die Pirelli Pzero -Reifen beißen den Asphalt. Sie verhelfen dem Auto zu einer unvergleichlichen Agilität und außergewöhnlichen Beweglichkeit, die Vorderachse ist ganz besonders "bissig". Sehr gutes progressives Handling und eine für Straßenreifen beeindruckende Haftung. Dies merkt man vor allem im Streckenabschnitt der "Double Droite du Beausset", hier wird den Vorderreifen unheimlich viel abverlangt. In dieser zu Beginn sehr schnellen Kurve mit brutal engem Kurvenausgang, wird die Vorderachse mit einer regelrechten Massenverlagerung belastet. Wie so oft in solchen Situationen, sind neben den Fahrkünsten des Rennfahrers die Reifen die mögliche Schwachstelle. Aber auch hier gibt es nichts zu beanstanden.

Eine Runde folgt der anderen und der Rhythmus wird schneller. Der Evora beeindruckt mit einem Chassis, das eine ausreichend bewegliche Hinterachse für enge Kurven besitzt, welche aber auf den schnellen Abschnitten, auf denen sie erfreulicherweise eine beeindruckende Stabilität beweist, nicht zu schnell nachgibt.

Zu meiner großen Überraschung zeigen die Pirelli Pzero eine sehr beeindruckende Belastbarkeit. Trotz der permanenten Beanspruchung und den recht langen Runs. In diesem Punkt zeigen nämlich Sportreifen in der Regel, wo ihre Grenzen liegen - sie werden beinahe glitschig, je länger man fährt.
Die konstante Leistung dieser Reifen ermöglicht es uns, einige eigentlich viel leistungsfähigere Wagen zu "ärgern". Beim Beschleunigen fahren sie uns zwar klar davon, aber es gelingt uns sie wieder einzuholen und dabei beim Bremsen und Einfahren in die Kurven die Reifen zu schonen.


Der Lotus Evora und Pirelli, ein Paar mit Zukunft?

Ja, denn sie bilden eine unbestreitbar homogene und leistungsstarke Einheit, die Finesse des englischen Chassis verbindet sich bestens mit dem Grip und der Belastbarkeit der italienischen Reifen. Einige Porsche werden sich wohl noch lange daran erinnern…