Winterreifen-Ratgeber - ABS, ESP, ASR: Was taugen Sicherheitssysteme auf verschneiten Straßen?
Center

ABS, ESP, ASR: Was taugen Sicherheitssysteme auf verschneiten Straßen?

Ihre Reifen im Winter Tobias T.

Elektronische Sicherheitssysteme gehören bei den Automobilherstellern immer öfter zur Standardausrüstung. Auch wenn diese bei normalen Wetterverhältnissen die Sicherheit des Fahrzeuges spürbar verbessern, so führen sie bei Schnee immer wieder zu Überraschungen. Wir geben Ihnen hier ein paar Ratschläge, um die Wirksamkeit der Sicherheitssysteme auch im Winter zu gewährleisten.

Fahrhilfe auf Schnee Fahrhilfe bei winterlichen Bedingungen - Bild-Credit © : All Rights Reserved

Zum selben Thema

Früher waren sie ausschließlich den Oberklassefahrzeugen vorbehalten, heute werden elektronische Sicherheitssysteme in immer mehr Fahrzeuge standardmäßig eingebaut. Antiblockiersystem (ABS), Bremsassistent (BAS), Antriebsschlupfregelung (ASR) oder auch die Fahrdynamikregelung (ESP) sind die geläufigsten Sicherheitssysteme. Es handelt sich dabei um ausgeklügelte Systeme, die auf den Motor und die Bremsen einwirken, damit der Fahrer in gefährlichen Situationen die Kontrolle über sein Fahrzeug behält.
Auch wenn ihr Nutzen auf trockener oder nasser Fahrbahn nicht zu leugnen ist, so können sie auf Schnee manchmal sehr überraschende Reaktionen zeigen. Sollte man sie also ausschalten, wenn dies möglich ist? Sicher nicht, denn zusammen mit leistungsstarken Winterreifen verbessern sie den Grip und die Beweglichkeit der Räder ganz erheblich.

 

ABS verhindert auf Schnee zwar das Blockieren der Räder, verlängert aber den Bremsweg

 
Außer bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind, funktioniert das Antiblockiersystem auf Schnee richtig. Dagegen verlängert sich der Bremsweg um das Doppelte, manchmal sogar um das Dreifache, je nach Untergrund. Sie sollten also auf jeden Fall die Geschwindigkeit drosseln und das Tempo vorausschauend anpassen.

Das ABS kann jedoch auch schlecht funktionieren, wenn es zwischen rechtem und linkem Reifen zu unterschiedlichen Haftungsverhältnissen kommt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die eine Seite der Straße mit Schnee bedeckt ist, die andere aber nicht. Fehlfunktionen des ABS können auch bei extrem holpriger Straße vorkommen.

 

ESP: Beim Start ausschalten, wenn wenig Grip vorhanden ist

 
Die Fahrdynamikregelung soll durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder dem Ausbrechen des Wagens entgegenwirken. Sie vermindert außerdem das Risiko des Untersteuerns (Fahrzeug schiebt über die Vorderräder nach außen) und des Übersteuerns (das Heck des Fahrzeuges bricht aus). Sobald das System feststellt, dass die Räder nicht mehr auf die Lenkradbewegungen reagieren, greift es ein und korrigiert das Fahrverhalten der Räder bis wieder Grip vorhanden ist.

Das ESP funktioniert auch gut auf Schnee, solange das Fahrzeug in Bewegung ist. Beim Anfahren kann es jedoch vorkommen, dass die Antriebsschlupfregelung (ASR) in bestimmten Situationen das Fahrzeug blockiert. Dies kann zum Beispiel auf besonders vereisten Straßen oder beim Anfahren am Berg passieren. Die neueren ESP-Systeme haben eine Funktion, die leichtes Rutschen auf Schnee zulässt. Bei den älteren Systemen genügt es, wenn man das System ein paar Sekunden ausschaltet und nachdem das Fahrzeug losgefahren ist, wieder anmacht.

 

Winterreifen, die die Sicherheitssysteme aktiv unterstützen

 
Nachdem die Automobilhersteller zunehmend Sicherheitssysteme in ihre Fahrzeuge mit einbauen, reagiert die Reifenindustrie darauf, indem sie Reifen anbietet, die diese Systeme optimal unterstützen und deren Funktionalität verbessern. So zum Beispiel Continental mit seiner Reifenserie ContiWinterContact. Das Modell TS 830 P verfügt über spezielle wellenförmige Lamellen, die dazu dienen, die Längs- und Seitenkräfte zu bündeln. Wir konnten die Wirksamkeit dieses Reifens auf der Rennstrecke Trophée Andros in Alpe d’Huez testen.