Der Reifenratgeber für einen sinnvollen Reifenkauf - UTQG / Treadwear: Was bedeutet das?
Center

UTQG / Treadwear: Was bedeutet das?

Die richtigen Reifen kaufen Thomas Müller

Die UTQG-Reifenkennzeichnung dient der Einstufung der Reifenqualität. Sie ist auf dem amerikanischen Reifenmarkt Pflicht, ist jedoch nur bedingt aussagekräftig. Wir stellen Ihnen hier diese Kennzeichnung vor und erklären Ihnen, warum sie zur Bewertung eines Reifens nicht ausreicht.

UTQG Reifenflanke Die UTQG-Reifenkennzeichnung: 3 Leistungskriterien - Bild-Credit © : Yokohama

Die UTQG (Uniform Tire Quality Grading)–Kennzeichnung  ist in Amerika für jeden in den Handel kommenden Reifen Pflicht und dient dazu, dem Kunden bei der Auswahl seiner Reifen die nötigen Informationen an die Hand zu geben.  Wurde diese Kennzeichnung anfänglich noch von der amerikanischen Regierung kontrolliert, so hat sie heute lediglich noch deklarativen Charakter, die angegebenen Werte sind rein informativ. Dies bedeutet, dass man sie zwar immer noch dazu nutzen kann, die Reifen derselben Marke miteinander zu vergleichen (z.B. zwei Reifen der Marke Dunlop),  aber nicht dazu, zwei Reifen unterschiedlicher Marken (z.B. ein Michelin-Reifen mit einem Continental -Reifen) miteinander zu vergleichen. Tatsächlich ist es nämlich so, dass die gemessenen Werte auf einer von der jeweiligen Marke individuell festgesetzten Bemessungsgrundlage erhoben werden – also nicht vergleichbar sind.

Die UTQG-Kennzeichnung setzt sich aus 3 Kriterien zusammen, anhand derer man die Eigenschaften des Reifens einschätzen kann:

UTQG- ReifenkennzeichnungBild-Credit © : Cooper

Treadwear (Laufleistung)

Das erste Kriterium misst die Abnutzung der Reifenlauffläche. Hierbei gehen die Werte von 60 bis 700 – die Einteilung erfolgt in 20ger Schritten. So nutzt sich ein Reifen mit einer Laufleistung/Treadwear  von 100 doppelt so schnell ab, wie ein Reifen mit 200. Dies bedeutet also : Je höher der Wert, umso besser die Laufleistung des Reifens.

 

Traction (Bodenhaftung)

Das zweite Kriterium bewertet die Fähigkeit eines Reifen, auf gerader und nasser Fahrbahn zum Stand zu kommen. Die Benotung geht von AA (Bestnote) bis C.

 

Temperature (Erwärmungswiderstand)

Das dritte Kriterium berechnet den Erwärmungswiderstand eines Reifens sowie seine Fähigkeit zur Wärmeabgabe. Diese Tests werden auf einem Prüfstand vorgenommen, die Benotung geht von A (Bestnote) bis C. Die Note C ist die Mindestvoraussetzung dafür, den Reifen auf dem amerikanischen Markt verkaufen zu dürfen.

Fazit: Diese Werte haben nur eine eingeschränkte Aussagekraft und ersetzen in keinem Fall das EU-Reifenlabel sowie einschlägige Testergebnisse. Nur anhand dieser Werte kann die Leistung eines Reifens tatsächlich eingeschätzt werden.