Der Reifenratgeber für einen sinnvollen Reifenkauf - Die verschiedenen Reifentypen
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Die verschiedenen Reifentypen

Die richtigen Reifen kaufen Thomas Müller

Bei den Kfz-Reifen gibt es mehrere Kategorien. Die wichtigste Kategorie betrifft die Witterungsbedingungen im Sommer und im Winter. In einer zweiten Kategorie werden die Nutzungsbedingungen berücksichtigt (Straße, Rennen oder Gelände). Und schließlich weisen einige Reifen Besonderheiten auf, die man kennen sollte: Runflat-Reifen, Reifen mit einem asymmetrischen Profil,...

Die Reifentypen Es gibt unterschiedliche Reifenkategorien, die man besser kennen sollte, bevor man sich entscheidet - Bild-Credit © : iStockphoto.com/rezulteo.com

Wählen Sie den für Sie passenden Reifentyp:

1- Die Wahl des Reifen je nach Witterungsbedingungen

> Der Sommerreifen

> Der Winterreifen

> Der nordische Reifen

  >> Der Spikereifen, bespikebarer Reifen

> Der Ganzjahresreifen

 

2- Die Wahl des Reifens je nach Nutzungsbedingungen

> Der Pkw-Reifen und dessen Fahrbedingungen

   >> Der symmetrische, asymmetrische und laufrichtungsgebundene Reifen

   >> Der grüne Reifen

Der Hochleistungsreifen und dessen Fahrbedingungen

Der Reifen für 4x4-Fahrzeuge und dessen Fahrbedingungen

> Der Reifen für Nutzfahrzeuge/Lieferwagen/Wohnmobil und dessen Fahrbedingungen


3- Die Reifenoptionen

> Der verstärkte Reifen

Der Runflat-Reifen

 

1-Die Wahl des Reifens je nach Witterungsbedingungen


> Der Sommerreifen


Das ist der meistverkaufte Reifen. Er wurde so entwickelt, dass er seine Leistungen bei einer Umgebungstemperatur über 7°C entfaltet. Denn unterhalb dieser Temperatur wird die Gummimischung härter und verliert an Geschmeidigkeit und Haftung.

Der Sommerreifen wiederum zeigt die guten Leistungen sowohl auf trockener als auch nasser Fahrbahn:

Trockene Fahrbahn

Je steifer das Reifenprofil, desto präziser wird das Fahren auf trockener Fahrbahn. Daher sind die Rennreifen auch glatt („Slick-Reifen“). Diese Steifigkeit hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Reifenprofil. Ein flaches Profil mit quadratischen Schultern verleiht dem Reifen eine gute Auflagefläche, insbesondere bei einer seitlichen Kurvenbeschleunigung.
  • Positivanteil. Als Positivanteil bezeichnet man die Profilblöcke in der Lauffläche. Je weniger Rillen sie haben, desto größer ist die Gummi-Aufstandsfläche und daher die Haftung des Reifens.
  • Massive Gummiblöcke. Je breiter die Gummiblöcke sind, desto unbeweglicher ist die Lauffläche.
  • Selbstblockierende Lamellen. Die Lamellen sind zwar zur Wasserableitung nützlich, dadurch wird aber auch das Reifenprofil weniger steif (Borstenwirkung). Um dies zu verhindern, werden von einigen Reifenherstellern komplex angeordnete Lamellen angeboten.

Nasse Fahrbahn

Ein Reifen mit stark eingekerbtem Profil ist dagegen effizienter auf Nässe. Denn das Profil sorgt für ein Abtrocknen der Fahrbahn und dafür, dass die Lauffläche eine gute Bodenhaftung behält. Auf Nässe hängt das Reifenverhalten von folgenden Profilmerkmalen ab:

  • Positivanteil. Je höher er ist, desto besser kann der Reifen Wasser aufnehmen (ein Reifen mittlerer Größe verdrängt ca. 15 Liter Wasser pro Sekunde).
  • Profilform und -ausrichtung. Egal ob die Reifen symmetrisch, laufrichtungsgebunden oder asymmetrisch sind, sie müssen das Wasser so schnell wie möglich seitlich verdrängen.
  • Lamellierung. Die Kanten und Lamellen im Reifenprofil sorgen für eine trockene Fahrbahn, indem sie sozusagen als Scheibenwischer agieren.

 

Der Winterreifen

Viele glauben immer noch, dass nur bei Schneewetter mit Winterreifen gefahren werden muss. Tatsächlich ist aber ein Winterreifen ein Reifen, der für Temperaturen unter 7°C optimiert wurde.

In der Tat bleibt der Gummi des Winterreifens im Gegensatz zum Sommerreifen bei niedrigen Temperaturen geschmeidig, und sein Profil mit tieferen Einschnitten verbessert die Beweglichkeit und das Bremsvermögen, wenn die Temperaturen fallen.

  • Zusammensetzung. Bei einem Winterreifen sorgt die Kautschukmischung mit Silica dafür, dass die Lauffläche bei niedriger Temperatur geschmeidig bleibt und der Nässegriff erhalten bleibt.
  • Einkerbung. Der Winterreifen verfügt über tiefe Rillen zur schnellen Wasser- und Schneematschverdrängung.
  • Lamellendichte. Bei einem Winterreifen kann die Lamellendichte bis zu fünf Mal höher als bei einem Sommerreifen sein. Die Lamellen wirken dabei als Spikes und sorgen für höhere Zugkraft. Die Bremswege werden dadurch kürzer, und die Aquaplaning- und Schleudergefahr geringer.

 

    >  Der nordische Reifen
     

    Der nordische Reifen wurde für den Einsatz bei Temperaturen unter –10°C  auf Straßen konzipiert, die mehrere Monate im Jahr verschneit und vereist sind.  

     

               >> Spikereifen, bespikebarer Reifen

    Der Spikereifen ist ein Winterreifen oder nordischer Reifen, ausgestattet mit Metallstiften für eine bessere Haftung auf verschneiter und vereister Fahrbahn. Er ist nicht in allen Regionen Europas zugelassen. Der bespikebare Reifen ist ein Reifen, den man je nach Straßenbedingungen mit Spikes bestücken, bzw. diese herausnehmen kann.

     >> Der Einkaufsleitfaden für Ihre Winterreifen

     

    Der Ganzjahresreifen

    Der Ganzjahresreifen, auch Mischwetterreifen oder Allwetterreifen genannt, stellt einen Kompromiss zwischen einem Winter- und einem Sommerreifen dar. Ohne an das Leistungsniveau von Spezialreifen heranzukommen, soll sich dieser Reifen unter allen Witterungsbedingungen durchschnittlich verhalten, vorrangig in Regionen mit milden Wintern.

    Sommerreifen, Winterreifen und Ganzjahresreifen gibt es für sämtliche Pkw-Arten (Pkw, 4x4-Fahrzeug, Sport- und Nutzfahrzeug) und entsprechend deren Einsatz (Stadt, Straße, Gelände…).

    Die Wahl des Reifens begrenzt sich nicht auf die Jahreszeiten, sie hängt auch von Ihrem Fahrzeug ab, vom vorgesehenen Verwendungszweck des Reifens und dessen Eigenheiten, sei es zur Verbesserung der Leistungen oder des Fahrverhaltens.

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    2- Die Wahl des Reifens je nach Nutzungsbedingungen.


    > Der Pkw-Reifen
     

    Was ist ein asymmetrischer Reifen?

    Mit dem „XAS“ stellte Michelin Ende der 60er Jahre erstmals einen Reifen mit asymmetrisch gestaltetem Profil vor. Die Laufflächengestaltung beruhte auf dem Prinzip, dass unterschiedliche Anforderungen an die innere und äußere Reifenschulter gestellt werden. Durch unterschiedlich verarbeitete Reifenbereiche werden die Leistungen in punkto Straßenlage und Haftung deutlich verbessert. Die meisten großen Marken haben diesen technologischen Fortschritt in ihre Reifenserien integriert.

     

     

    Die Fahrbedingungen für Pkw-Reifen:
      

    => Autosport: Diese Kategorie betrifft Sportwagen, vom kompakten GTI bis zur Super-Luxuslimousine.

    Die Autosport-Reifen müssen den hohen Kräften standhalten, die durch einen kraftvollen Motor sowie einen sportlichen Fahrstil ausgeübt werden, das heißt:

    • außergewöhnliche Haftung bei hoher Geschwindigkeit, beim Geradeausfahren ebenso wie in Kurven;
    • einwandfreies Verhalten auf nasser Fahrbahn, insbesondere beim Bremsen;
    • Fahrpräzision bei hoher Geschwindigkeit,  insbesondere durch die Steifigkeit der Lauffläche gewährleistet.

    => Autobahn: Diese Kategorie betrifft Straßenfahrzeuge von der Kompaktlimousine zum Van über die Straßenlimousinen und die Familienfahrzeuge.

    Die Autobahn-Reifen müssen den Fahrbedingungen auf der Straße und der Autobahn entsprechen, das heißt:

    • eine gute Straßenlage bei hoher Geschwindigkeit, beim Geradeausfahren ebenso wie in den Kurven;
    • einwandfreies Fahrverhalten auf nasser Fahrbahn, insbesondere beim Bremsen;
    • Nutzungskomfort durch Abfangen der Vibrationen und geringe Abrollgeräusche ;
    • geringer Rollwiderstand zum Kraftstoffsparen und zur Reduzierung der Treibhausgase.

     

    => Stadtauto: Diese Kategorie betrifft Stadtautos und Kompaktwagen.

    Die Stadtauto-Reifen müssen den Bedingungen im Stadtverkehr entsprechen, das heißt:

    • eine gute Verschleißresistenz zur Bewahrung ihrer Leistungen nach tausendmaligem Bremsen und Anfahren und Resistenz zum Schutz vor Bordsteinremplern;
    • geringer Rollwiderstand für weniger Kraftstoffverbrauch und Verringerung des Treibhauseffekts.

     

    > Der Hochleistungsreifen
     

    Die Hochleistungsreifen sind für leistungsfähige Fahrzeuge, Limousinen der Oberklasse oder sportliche Coupés bestimmt. Wie der Name schon sagt, bieten sie außergewöhnliche Leistungen hinsichtlich der Straßenlage, der Haftung und der Kurvenstabilität. Und dies sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn.

    Bei einem Hochleistungsreifen ist der Geschwindigkeitsindex V, W, Y oder Z, was einer Höchstgeschwindigkeit von 240 bis über 300 km/h entspricht. 

    Einige Reifenhersteller entwickeln Reifen, die auf die Oberklasse-Modelle der Fahrzeughersteller zugeschnitten sind. Dies ist zum Beispiel der Fall bei Michelin, der den Porsche Carrera GT sowie den Mercedes-Benz SLR McLaren mit seinen Reifen ausstattet.  

     

    > Reifen für 4x4-Fahrzeuge
     

    In dieser Kategorie wird zwischen drei Reifentypen unterschieden. Es gibt einerseits Mehrzweckreifen für Stadt, Straße und Feldwegeund echte Geländereifen für abschüssiges Gelände und Hindernisüberwindung sowie SUV-Reifen, hauptsächlich für den Stadtverkehr konzipiert.

    => Mischreifen: Diese Kategorie betrifft 4x4-Fahrzeuge, die sowohl auf der Straße als auch im Gelände fahren.

    Die 4x4-Mischreifen müssen vielseitig sein, das heißt:

    • zufriedenstellendes Fahrverhalten auf der Straße und insbesondere gute Leistungen auf nasser Fahrbahn;
    • ausreichende Beweglichkeit auf losem Untergrund oder Kies;
    • ein verstärkter Reifenaufbau um das schwere Gewicht dieser Fahrzeugart zu tragen;

    => Geländereifen: Diese Kategorie betrifft 4x4-Fahrzeuge, die ziemlich große Hindernisse überwinden müssen.

    Die 4x4-Geländereifen müssen die Traktion des Motors übertragen, egal auf welchem Gelände und den stärksten Beschädigungen standhalten, das heißt:

    • Beweglichkeit in jeder Situation im Matsch ebenso wie auf Schotterpisten oder stark abschüssigem Gelände;
    • ein verstärkter Reifenaufbau, um das schwere Gewicht dieser Fahrzeugart zu tragen und widerstandsfähig gegen die zahlreichen Verletzungsgefahren zu sein.

    => SUV: Diese Kategorie betrifft SUV-Fahrzeuge und andere Allrad-Fahrzeuge, hauptsächlich für den Einsatz auf der Straße.

    Die 4x4-SUV-Reifen müssen zu den starken Motoren und dem höheren Gewicht dieser Fahrzeugart passen, das heißt:

    • eine gute Straßenlage bei hoher Geschwindigkeit sowohl beim Geradeausfahren als auch in Kurven;
    • ein einwandfreies Fahrverhalten auf nasser Fahrbahn, insbesondere beim Bremsen;
    • ein verstärkter Reifenaufbau um das schwere Gewicht dieser Fahrzeugart zu tragen.

     

     

    Einige 4x4-Reifen tragen die besondere Kennzeichnung M+S (Mud and Snow), die die Verwendung des Reifens bei Schnee und Matsch anzeigt.

    >> Wie entziffert man die Kennzeichnung eines Reifens?

     

     

    > Reifen für Nutzfahrzeuge/Lieferwagen/Wohnmobile
     

    Diese Kategorie betrifft Nutzfahrzeuge bis hin zu kleinen Lieferwagen und Wohnmobilen.

    Die Reifen für Nutzfahrzeuge / Lieferwagen müssen Sicherheitskriterien sowie den Anforderungen an Komfort und Langlebigkeit entsprechen, das heißt:

    • ein zufriedenstellendes Fahrverhalten auf der Straße und insbesondere gute Leistungen auf nasser Fahrbahn;
    • eine gute Robustheit um gegen Beschädigungen und für schwere Lasten gewappnet zu sein;
    • Fahrkomfort, sowohl was die Lautstärke als auch die Erschütterungen betrifft;

    Einige Reife für Nutzfahrzeuge / Lieferwagen sind durch den Buchstaben C auf der Seite erkennbar.

     

     

    >> Um den richtigen Reifen für Ihr Fahrzeug zu finden, sehen Sie sich unser Verzeichnis auf der Internetseite an

     

    Die von den Herstellern vorgeschlagenen Kennzeichnungen oder Reifenoptionen können sowohl für die Reifentypen je nach Jahreszeit als auch für die Reifentypen je nach Fahrzeug und Nutzung erhältlich sein.

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    3- Die Reifenoptionen

     

    > Verstärkter Reifen
     

    Dieser Reifen ist verstärkter und hat einen höheren Tragfähigkeitsindex für mehr Gewicht und ist somit geeignet für Familienfahrzeuge, große Limousinen, SUV-Fahrzeuge oder kleinere Nutzfahrzeuge. Diesen Reifentyp erkennt man an der je nach Hersteller unterschiedlichen Kennzeichnung auf der Flanke: XL, RF, Extra Load oder Reinforced.

     

    Runflat-Reifen

    Der Runflat-Reifen ist ein selbsttragender Reifen, der eine Weiterfahrt bei einer Reifenpanne ermöglicht. Es ist ein Reifen mit verstärkten Flanken, die bei Druckverlust das Fahrzeuggewicht tragen. Die meisten großen Marken führen diesen Reifentyp in ihrem Programm: Er ist an der je nach Hersteller unterschiedlichen Kennzeichnung auf der Flanke erkennbar: EMT (Dunlop/Goodyear), SSR (Continental), Run on Flat (Pirelli), RFT (Bridgestone), ZP (Zero Pressure für Michelin)...

    Bei einer Reifenpanne wird dann die Gefahr des Verlustes der Fahrzeugkontrolle reduziert, insbesondere wenn sich der Reifen von der Felge löst. Mit einem solchen Reifen kann man noch bis zu 80 Kilometer weiterfahren bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

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    Rezulteo’s Empfehlung

    Montieren Sie immer den gleichen Reifentyp auf Ihr Fahrzeug.


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