Entwicklung und Fertigung der Reifen - Wie wird ein Reifen eigentlich hergestellt?
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Wie wird ein Reifen eigentlich hergestellt?

Reifen und Technologie

Lauffläche, Lamellen, Wulstkern, Karkassenlage, usw. Alle diese Begriffe sind wichtig, um den Reifenaufbau zu verstehen.

Computerkonstruierter Reifen Die Reifenstruktur ist komplexer, als sie erscheint - Bild-Credit © : All Rights Reserved

Reifen werden aus einer komplexen Vernetzung aus unterschiedlichsten Gummimischungen, Stahldrähten und Textilfasern wie z. B. Nylon oder Polyester hergestellt. Diese Materialien werden nicht zusammengeklebt, sondern durch eine chemische Reaktion, die sogenannte Vulkanisation miteinander verbunden. Schauen wir uns alle dieser Reifenbestandteile etwas genauer an.

Innerliner     

Der Schlauch ist schon seit langem verschwunden. Er wurde durch eine sehr dünne Schicht aus synthetischem Kautschuk mit hoher Luftdichtigkeit ersetzt.

Karkassenlage

Hier handelt es sich um den Reifenunterbau. Dieser Reifenunterbau besteht aus einer verarbeiteten Textilfaser. Dieses längsorientierte Cordgewebe wird dann beidseitig dünn mit Kautschuk beschichtet. Dies gibt dem Reifen die entscheidende Struktur und Druckstetigkeit.

Wulst und Wulstkern

Der Wulstkern ist das Innere der Reifenwulst. Der Wulstkern verleiht der Reifenwulst die nötige Stabilität, um den Reifen auf der Felge zu halten. Er kann sehr starken Kräften standhalten.

Wulstkern

Dieser Reifenteil hat einen direkten Kontakt mit der Felge. Er sorgt für Dichtheit und überträgt Antriebs- und Bremsmomente von der Felge bis in die Reifenkontaktfläche.

Seitenwand

Sie wird auch Flanke genannt. Die Flanke aus geschmeidigem Gummi schützt den Reifen gegen Beschädigungen, die die Karkasse beschädigen könnten (wie z. B. Bordsteinrempler, usw.). Auf der Seitenwand befinden sich alle Kennzeichnungen des Reifens.

Gürtel(lagen)

Der Reifengürtel besteht aus mehreren Schichten. Sie decken den Gürtelverband ab und dienen dazu, sowohl das Reifenprofil bei höherer Geschwindigkeit zu stabilisieren als auch die Reifenerwärmung zu reduzieren. Sie werden mit Kordfäden verstärkt, die meist aus Kunststoff (Nylon) hergestellt werden und schräg zur Laufrichtung angeordnet sind, um sich nicht unter Einwirkung der Zentrifugalkraft zu dehnen.

Gürtelverband

Der Gürtel über der Karkasse besteht meist aus mehreren aufeinander geklebten Schichten von verdrillten dünnen Stahldrähten höchster Festigkeit. Die Stahlfäden sind schräg gekreuzt, was dem oberen Reifenteil die notwendige Steifigkeit verleiht.

Lauffläche   

 Dieser Reifenteil hat einen direkten Kontakt mit der Fahrbahn. Die Lauffläche muss sehr hohen Belastungen standhalten. Die Gummimischung muss auf allen Fahrbahnarten haften. Sie muss verschleißfest sein und darf nur wenig erhitzen.

Profile

Die Kanäle und Rillen in der Lauffläche dienen zur Wasserverdrängung. Deren Größe variiert je nach Reifentyp.

 

Wer hat eigentlich den Reifen erfunden: Michelin oder Dunlop?

Die erste Reifenfabrik wurde 1889 vom Schotten John Dunlop gegründet. Sie befand sich in Dublin in Irland. Kurz danach entwickelten die Franzosen André und Edouard Michelin einen demontierbaren Reifen für Fahrräder.